Alles über „flüssigen Kohlenstoff“

Über die Jahre haben sich viele Legenden und Fehlinformationen über den sogenannten „flüssigen Kohlenstoff“ angesammelt. In diesem Text erklären wir, was die Düngemittel GEN C und GEN nano C sind, wie sie funktionieren und für welche Tanktypen sie am besten geeignet sind. Wie wird aus „flüssigem Kohlenstoff“ CO₂?2?

Woraus besteht der sogenannte „flüssige Kohlenstoff“?

Der Hauptbestandteil von Gen C ist Glutaraldehyd. Es handelt sich um eine organische Verbindung aus Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff. Unter biotischen, aeroben Bedingungen, also in Anwesenheit von Bakterien (Enzymen), Wasser und Sauerstoff, wird diese Substanz schrittweise zu Kohlendioxid oxidiert[1]. Nur dieses Endprodukt des Stoffwechselzyklus steht Pflanzen zur Verfügung. Die Geschwindigkeit dieser Umwandlung hängt von vielen Faktoren ab, darunter pH-Wert, Temperatur und Sauerstoffkonzentration im Wasser. Die Zersetzung zu CO₂in der Regel mehrere Stunden, daher sind die Auswirkungen der Düngung erst bei regelmäßiger, mehrtägiger Anwendung sichtbar. Flüssige Kohlenstoffdüngung eignet sich ideal für LT-Aquarien mit mäßiger Beleuchtung und einem geringen Fischbesatz.

Der Einfluss des pH-Werts auf die Leistungsfähigkeit von „flüssigem Kohlenstoff“.

Es wird oft behauptet, dass kohlenstoffbasierte Produkte den pH-Wert des Aquarienwassers erhöhen. Dies ist jedoch nicht korrekt, da die zugegebene Menge gering ist und der Effekt auf den pH-Wert vernachlässigbar. Zudem ist Glutaraldehyd in wässriger Lösung sauer[2]. Wann kann der pH-Wert eines solchen Düngers über 7 liegen? Dies ist der Fall, wenn die Lösung unsachgemäß zubereitet wird, beispielsweise durch die Verwendung von unbehandeltem Leitungswasser mit einem pH-Wert über 7 oder durch die Herstellung aus einer Desinfektionslösung. Desinfektionslösungen weisen stets einen höheren pH-Wert auf, um toxischer für Krankheitserreger zu sein. Es ist außerdem erwähnenswert, dass die Wirksamkeit alkalischer Lösungen während der Lagerung aufgrund des beschleunigten Aldehydabbaus in alkalischem Milieu rasch abnimmt. Bei einem pH-Wert über 9 unterliegt Glutaraldehyd einer Polykondensation[3] und verliert seine Wirksamkeit für die Anwendung im Aquarium. Gen C sollte daher in Aquarien mit einem pH-Wert über 7 aus den zuvor genannten Gründen mit Vorsicht verwendet werden.

Was ist die maximale Dosis von Gen C, die gefahrlos angewendet werden kann?

Wir können die 8- bis 10-fache Basisdosis bedenkenlos verabreichen. Dabei ist jedoch zu beachten, dass die Verabreichung mehrerer Dosen eine ausreichende Belüftung des Aquariums erfordert. In solchen Fällen steigt der biochemische Sauerstoffbedarf (BSB) deutlich an, während die Sauerstoffkonzentration im Wasser stark abfällt. Eine unzureichende Sauerstoffversorgung des Aquariums kann zum Tod empfindlicher Fische und Garnelen sowie zum Absterben von Filterbakterien führen. Höhere Dosen können 2–3 Tage lang angewendet werden, danach sollte wieder die Basisdosis verwendet werden. Höhere Dosen sollten nicht am Tag des Wasserwechsels oder am darauffolgenden Tag verabreicht werden. Der Abstand zwischen höheren Dosen sollte 5–7 Tage betragen[2].

Ist Gen C sicher für den Benutzer?

Bei sachgemäßer Anwendung ist das Produkt sicher. Es ist jedoch besonders darauf zu achten, dass die Lösung nicht in die Augen gelangt. Wir raten vom Kauf oder der Herstellung von „Flüssigkohle“ aus konzentrierten Aldehydlösungen mit einem Gehalt von über 10 % ab, da diese toxisch sind und irreversible Augenschäden verursachen können[4].

Bibliographie:

  • H. W. Leung. Ökotoxikologie von Glutaraldehyd: Übersicht über Studien zum Verbleib und den Auswirkungen in der Umwelt, Ecotoxicol Environ Saf. 2001 Mai;49(1):26-39.
  • Eigene Recherche.
  • H. W. Leung. Aerobe und anaerobe Metabolisierung von Glutaraldehyd in einem Flusswasser-Sedimentsystem, November 2001 Archives of Environmental Contamination and Toxicology 41(3):267-73.
  • www.echa.europa.eu.

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